Archiv für September 2008

Neonazis auf Häusersuche

erschienen auf Spiegel Online

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit versucht die rechte Szene seit geraumer Zeit in Deutschland Immobilien für Schulungszentren und Musikveranstaltungen zu erwerben. Dahinter steht das Ziel, ein national gesinntes Netzwerk zu schmieden um braunen Nachwuchs zu rekrutieren.

So versucht der Neonazi Steffen Hupka das „Schloß Trebnitz“ bei Bernburg in Sachsen-Anhalt in ein „Nationales Zentrum Mitteldeutschland “ umzubauen. Hupka gilt als enger Weggefährte von Martin Wiese, dem mutmaßlichen Drahtzieher des geplanten Sprengstoffanschlags in München. Hupka hat ebenfalls enge Kontakte zu prominenten Neonazis wie Christan Worch und dem rechten Liedermacher Frank Rennicke, die beide für den Bau des Schulungszentrums Geld gespendet haben. Als Hauptgeldgeber für das Projekt gilt jedoch der deutsche Altnazi, Rolf Hanno, langjähriges NPD-Mitglied mit Wohnsitz in Marbella.

Hupka ist nicht der einzige, der an den deutschen Behörden vorbei Immobilien für rechte Interessen erwirbt. Auch der ehemalige NPD-Chef, Günter Deckert ist derzeit auf Häusersuche. Momentan baut er den „Gasthof Gränitz“ bei Freiberg in ein sogenanntes „deutsches Haus“ um. Genau wie Hupka wird Deckert von Rolf Hanno finanziell unterstützt.

Zuschlag geht nach rechts

erschienen in taz, 09.09.2008

Ein Freund des Mecklenburgischen NPD-Fraktionschefs Udo Pastörs wird neuer Eigentümer des Lübtheener Volkshauses. Das Dorf erhält damit seinen zweiten braunen Anstrich
VON ANDREA RöPKE UND ANDREAS SPEIT

Lange brodelte die Gerüchteküche in Lübtheen um den Käufer des Volkshauses. Jetzt weiß man: Der neue Eigentümer des ausgedienten Tanztempels mitten in der mecklenburg-vorpommerschen Kleinstadt heißt Philipp Steinbeck, Gutsherr aus Jessenitz und Freund des NPD-Fraktionschefs Udo Pastörs. (mehr…)