Archiv der Kategorie 'Andere Naziimmobilien'

Schrottimmobilie als Neonazi-Treff

erschienen in taz, 03.08.2009

Dort, wo die Szene Räume hat, strahlt sie auch über ihre Strukturgrenzen hinaus

KOMMENTAR VON ANDREAS SPEIT

Der Name versetzt Städte und Gemeinden immer wieder in Schrecken. Steht eine Immobilie zum Verkauf und fällt der Name Jürgen Rieger, kommt es regelmäßig zum Dilemma: Soll hier in der Tat ein Nazizentrum entstehen, oder soll – wie auch schon oft genug geschehen – lediglich der Preis einer schrottigen Immobilie in die Höhe getrieben werden? (mehr…)

Neonazis auf Häusersuche

erschienen auf Spiegel Online

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit versucht die rechte Szene seit geraumer Zeit in Deutschland Immobilien für Schulungszentren und Musikveranstaltungen zu erwerben. Dahinter steht das Ziel, ein national gesinntes Netzwerk zu schmieden um braunen Nachwuchs zu rekrutieren.

So versucht der Neonazi Steffen Hupka das „Schloß Trebnitz“ bei Bernburg in Sachsen-Anhalt in ein „Nationales Zentrum Mitteldeutschland “ umzubauen. Hupka gilt als enger Weggefährte von Martin Wiese, dem mutmaßlichen Drahtzieher des geplanten Sprengstoffanschlags in München. Hupka hat ebenfalls enge Kontakte zu prominenten Neonazis wie Christan Worch und dem rechten Liedermacher Frank Rennicke, die beide für den Bau des Schulungszentrums Geld gespendet haben. Als Hauptgeldgeber für das Projekt gilt jedoch der deutsche Altnazi, Rolf Hanno, langjähriges NPD-Mitglied mit Wohnsitz in Marbella.

Hupka ist nicht der einzige, der an den deutschen Behörden vorbei Immobilien für rechte Interessen erwirbt. Auch der ehemalige NPD-Chef, Günter Deckert ist derzeit auf Häusersuche. Momentan baut er den „Gasthof Gränitz“ bei Freiberg in ein sogenanntes „deutsches Haus“ um. Genau wie Hupka wird Deckert von Rolf Hanno finanziell unterstützt.

Zuschlag geht nach rechts

erschienen in taz, 09.09.2008

Ein Freund des Mecklenburgischen NPD-Fraktionschefs Udo Pastörs wird neuer Eigentümer des Lübtheener Volkshauses. Das Dorf erhält damit seinen zweiten braunen Anstrich
VON ANDREA RöPKE UND ANDREAS SPEIT

Lange brodelte die Gerüchteküche in Lübtheen um den Käufer des Volkshauses. Jetzt weiß man: Der neue Eigentümer des ausgedienten Tanztempels mitten in der mecklenburg-vorpommerschen Kleinstadt heißt Philipp Steinbeck, Gutsherr aus Jessenitz und Freund des NPD-Fraktionschefs Udo Pastörs. (mehr…)

NPD-Brückenkopf in Brandenburg

erschienen in Netz-gegen-Nazis, 15.06.2008

Schritt für Schritt arbeitet die NPD an ihrer lokalen Verankerung. In Brandenburg scheint sie nach langer Suche den Ort für ein geplantes Schulungszentrum gefunden zu haben

Von Frank Jansen

Die Hinweise sind gruselig. Auf dem einstigen Stasi-Gelände in Biesenthal, das die NPD als Schulungszentrum nutzen will, hätten Rechtsextremisten eine Anlage zur Videoüberwachung eingerichtet, heißt es in Sicherheitskreisen. Offenbar wolle die Szene sich festungsartig vor ungebetenen Besuchern abschirmen. Außerdem werde das Gelände seit April für den Einzug präpariert. Und: In der rechten Musikszene gebe es Interesse, auf dem Anwesen mit dem Plattenbaukomplex Konzerte zu veranstalten. (mehr…)

„Die Leute im persönlichen Gespräch überzeugen“: Im Hunsrück gegen rechtsextreme Infrastruktur

erschienen in Netz-gegen-Nazis, am 26.04.2008

Seit den “Heimat”-Filmen von Edgar Reitz gilt vielen der Hunsrück als liebenswerter Rückzugsraum mit wenig Infrastruktur und schönen Wanderwegen. Rechtsextremismus schien hier lange Zeit kein Thema zu sein. Doch auch hier gibt es Läden für den rechtsextremen Lifestyle und Neonazis versuchen ihre Infrastruktur auszubauen und Häuser zu kaufen.

Matthias Marteau von der Initiative politische Aufklärung – Hunsrück (ipah) erzählt im Interview, wie demokratische Kräfte sich dieser Entwicklung entgegenstellen. (mehr…)