Der 1940 geborene Deckert stammt aus Heidelberg und war bis zu seinem Rauswurf aus dem Staatsdienst 1988 Gymnasiallehrer für Englisch und Französisch in Baden-Württemberg. Mit 25 Jahren trat er der NPD bei und war von 1991 bis 1995 ihr Bundesvorsitzender. Seinen Einfluss machte der Holocaustleugner und Ausländerhasser Deckert auch in anderen neo-faschistischen Organisationen geltend.

Er ist Gründungsmitglied der „Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft“ (DESG), war Referent des ‘Staatspolitischen Clubs’ Frankfurt , JN-Bundesvorsitzender, Gründer der „Arbeitsgemeinschaft Nationaldemokratischer Lehrer“, NPD-Funktionär, Verfasser ausländerfeindlicher Schriften, Autor in den neo-nazistischen Zeitschriften „Nation und Europa“, „Deutsche Monatshefte“ und „Unabhängige Nachrichten“. Daneben ist Deckert noch Geschäftsführer und Inhaber der Agentur „Germania Reisen“ und Reiseleiter für die Türmer-Kulturreisen.
Deckert ist mehrfach wegen Beleidigung zu Geldstrafen verurteilt worden und hat wegen Volksverhetzung im Gefängnis gesessen. Die Liste der Anklagepunkte gegen Deckert ist eindrucksvoll: Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, falsche Verdächtigung von Behörden und Polizeibeamten, Verleumdung, Beleidigung. In den achtziger Jahren tat er sich durch rassistische Hetze gegen Flüchtlinge und hier

lebende ausländische Mitbürger hervor, in den neunziger Jahren intensivierte er die Verbreitung antisemitischer und revisionistischer Propaganda. STOP! dem Nazi-Zentrum in Gränitz Deckert ist maßgeblich für die Radikalisierung der NPD durch die Öffnung gegenüber der militanten Neonazi-Szene verantwortlich.

Anfang 1990 organisierte er Verbindungen der NPD zu nazistischen Gruppen und Parteien in Argentinien, insbesondere zur „Partido Nacionalista de los Trabajadores“ (PNT).
Im Oktober 2000 wurde Deckert aus dem Knast entlassen. Er behauptete, dass er an der Universität Straßburg Rechtswissenschaft studiere. Tatsächlich aber hatte er sich zum Wintersemester 2000/ 01 an der Universität Heidelberg immatrikuliert. In der Nazipostille „HNGNachrichten“ bot er bereits Dienste als Rechtsbeistand „vorrangig in Strafsachen“ beim Amtsgericht an. Im Juli 2001 stellte die Staatsanwaltschaft Stuttgart nach dreijährigen Ermittlungen das Verfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen den ehemaligen Bundesvorsitzenden der NPD ein. Am 8. August 2001 gab die erst kürzlich gegründete „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ bekannt, dass Deckert als deren Kandidat für das Amt des Nürnberger Oberbürgermeisters antreten werde. Hinter der nach eigenen Angaben überparteilichen Wählergruppe verbirgt sich die örtliche NPD. Deckert zog seine Kandidatur später zurück. Im August 2001 erwarb Deckert den Gasthof Gränitz für ca. 5000 DM und gibt an, dort eine „Straußwirtschaft“ und eine Jugenddiskothek zu eröffnen. Auf dem letzten bundesweiten Treffen der NPD im März in Königslutter scheiterte Deckert mit seinem Versuch, den weiterhin amtierenden Bundesvorsitzenden der NPD, Udo Voigt, auszuschalten. Hilfe erfuhr Deckert vor allem von der inzwischen selbstaufgelösten „revolutionären Plattform“ innerhalb der NPD, die im wesentlichen von dem Neo-Nazi Steffen Hupka angeführt wurde. Im Vorfeld des Parteitreffens hatte Hupka eine Liste erstellt, auf der Deckert der Posten eines stellvertretenden Bundesvorsitzenden zugeteilt wurde.

Ein funktionierendes Nazi-Zentrum in Gränitz würde Deckert und auch Hupka bei ihren Vorhaben die NPD unter ihrer Kontrolle zu bekommen, sehr nützlich sein, zumal dort gerade die jungen Nachwuchskräfte eingebunden werden könnten. Neben Saufgelagen und Nazi-Konzerten könnte in Gränitz auch ein Schulungszentrum geführt werden. Deckert hat die Zeitschrift „Recht und Wahrheit“ von dem Wolfsburger Georg Albert Bosse übertragen bekommen. In der Ausgabe Nr. 1 und 2/2002 teilt Bosse seinen LeserInnen mit, dass sein „langjähriger Gesinnungsfreund… und unerschrockene Kämpfer…Günter Deckert“ das Frühjahrs-Herbstlesertreffen weiterführen wird.